"Es ist eine Stärke des Christentums, für die Menschen da zu sein"

Bild: Tobias Kallemeier


Am Sonntag, 28. August, fand nach zweijähriger Pause wieder das Meinolfusfest in Böddeken statt. Zur großen Freude aller Beteiligten war es in diesem Jahr endlich wieder wie gewohnt möglich, einen festlichen Gottesdienst an der Meinolfuskapelle zu feiern - an der Stelle, wo Meinolfus der Sage nach im Jahr 799 geboren wurde. Später war er an der Überführung der Gebeine des Hl. Liborius nach Paderborn beteiligt, gründete das Klosterstift und wurde zum ersten Heiligen der Region.

Die Predigt im Festhochamt hielt Pfarrer Markus Gudermann, Leiter des Pastoralen Raums Warstein. Mit ihm zelebrierten Pastor Ralf Scheele und Pfarrer i.R. Peter Gede. In seiner Predigt ging Pfarrer Gudermann darauf, dass der heilige Meinolfus als Diakon ein Amt des Dienens innehatte und nahm auch Bezug zur aktuellen Situation der Kirche:

„Es ist eine Stärke des Christentums, dass es zunächst eine demütige Religion ist, eine, die Mut hat zum Dienen, die für die Menschen da ist, die sie eben nicht auf ein besseres Jenseits vertröstet, sondern schon im Hier und Jetzt dazu beiträgt, dass die Verhältnisse sich ändern zu mehr Frieden und Gerechtigkeit. Sicher hat die Kirche - oder einige ihrer Verantwortlichen - Macht missbraucht und viel Leid und Unheil über die Menschen gebracht, aber das Eigentliche ist doch Versöhnung und Ausgleich, Bewahrung der Schöpfung, Liebe zum Nächsten und Liebe zu Gott. Das waren und sind die zentralen Werte, die Christus uns ins Stammbuch geschrieben hat. Deshalb dürfen wir uns nicht mundtot machen lassen, auch wenn wir gesellschaftlich mit dem Rücken zur Wand stehen und immer geringer werden. Wir haben eine Botschaft, die seit Jahrhunderten auch an dieser historischen Stätte gelebt und gefeiert wurde. Eine Botschaft, die eine von Krisen erschütterte Welt dringender braucht denn je.“

Am Ende der Messfeier wurden die Mitglieder der Caritaskonferenz aus Wewelsburg verabschiedet. Pastor Scheele dankte ihnen mit bewegenden Worten für ihren langjährigen Dienst, in dem sie sich für die Armen und Benachteiligten eingesetzt haben.

Anschließend war beim „Meinolfus-Plausch“ viel Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich mit Bratwürstchen, Kaffee, Kuchen und kalten Getränken zu stärken.

Daniela Reineke

 

hier klicken: Bildergalerie

 

Bild: Tobias Kallemeier