„Ich will frische Luft in die Kirche bringen“

Auch wenn wegen der Kälte im Mai in der kath. Kirche in Ahden nur einige wenige Pfingstrosen auf das Pfingstfest verwiesen, so lud die katholische Kirchengemeinde St. Antonius Eins. dennoch am Pfingstsamstagabend in die festlich geschmückte Kirche zum Pfingstgottesdienst ein.

Der Zelebrant, Pastor Josef Wördehoff, leitete die Heilige Messe mit folgenden Worten ein: „Mit dem Pfingstfest feiern wir an diesem Wochenende das Fest, an dem die Jünger den Geist Gottes erhalten haben, der sie veranlasst hat, ihre Ängste zu überwinden, nach draußen zu gehen und sich den Anforderungen der veränderten Zeit zu stellen.

Als Papst Johannes XXIII. nach der Ankündigung des 2. Vatikanischen Konzils am 25. Januar 1959 (Fest der Bekehrung des Apostel Paulus) gefragt wurde, was er mit der Einberufung dieses Konzils bezwecken wolle, hat er das Fenster seines Arbeitszimmers weit geöffnet und gesagt: „Ich will frische Luft in die Kirche bringen“. Und tatsächlich: Er hat damals frischen Wind in die Kirche gebracht. Und das Zweite Vatikanische Konzil ist zu einem geistlichen Ereignis geworden, welches durch den Geist Gottes neues Leben in die Kirche gebracht hat. Wir in Deutschland haben mit der Würzburger Synode (1971-1975) diesen „neuen geistigen Wind“ in der Kirche sehr deutlich gespürt. In dieser Zeit sind viele neuen Aufbrüche in der damaligen Zeit zu spüren gewesen. 

Unter anderem wurde die Mitarbeit der Laien, die plötzlich die Wertschätzung vieler Priester in ihren Gemeinden erfuhren, in vielen kirchlichen Einrichtungen gefördert.

Doch wie das in so Räumen ist, wenn man dann die Fenster wieder verschließt und nicht mehr öffnet, dann verbraucht sich die frische Luft und es wird wiederum muffig in dem Raum. Im Augenblick wird selbst die Luft für viele Ehrenamtliche in unserer Kirche wieder dünner.

Wir waren in Ahden zum Pfingstgottesdienst versammelt, weil wir uns von dem neuen Leben- dem Leben mit dem Heiligen Geist- inspirieren lassen wollten.

Allein das Äußere im Altarraum sollte die Bereitschaft zum Neuen verdeutlichen. Dafür hatten wir einige rote Pfingstrosen in die Kirche geholt. Leider konnte wegen des schlechten Wetters nicht der ganze Altarraum- wie sonst üblich- mit den roten Pfingstrosen dekoriert werden.

Wenn Sie im Internet nach der Bedeutung der Pfingstrose suchen, dann finden Sie einen Hinweis darauf, dass rote Pfingstrosen für Reichtum, Wohlstand, Ehre,  Respekt  und Leidenschaft stehen.

Zusätzlich wird der Ahdener Altarraum noch mit weißen und gelben Tüchern ausgekleidet, die früher in allen katholischen Kirchen in der Osterzeit als Zeichen der Reinheit und Freude hingen. 

Diese gelben und weißen Tücher weisen den Besucher der Kirche darauf hin, dass wir nach Pfingsten nicht - wie am Himmelfahrtstag - nur nach oben in den Himmel schauen sollen, sondern unseren Blick als Zeugen der christlichen Botschaft in die Welt hinaus richten sollen. Denn mit dem Pfingstfest möchte der Heilige Geist uns neu erfüllen und beleben mit seinem Trost, seiner Freude, seiner Kraft.

Öffnen wir ihm unsere Bereitschaft dazu, damit wir diese himmlische Kraft auch spüren können.

Josef Wördehoff