Nach fast 30 Jahren in Büren geht Pfarrer Peter Gede in den Ruhestand




Einladung der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände zur Verabschiedung

Für die St. Nikolaus-Gemeinde und den ganzen Pastoralverbund endet eine Ära: Pfarrer Peter Gede geht zum 31. Juli in den Ruhestand. Wie für Priester üblich, hat er mit seinem 70. Geburtstag im Januar seinen Rücktritt eingereicht. Seit mehr als 40 Jahren ist er Priester, fast 30 Jahre davon ist er in Büren tätig. Eine ganze Generation kennt in Büren keinen anderen Pfarrer als ihn. Viele der bis 40jährigen hat er getauft, auf die Erstkommunion und Firmung vorbereitet, vielleicht mittlerweile auch schon „verheiratet“ sowie ihre Kinder getauft. Und ebenso hat er – wie er selbst feststellt – eine ganze Generation beerdigt.

„In meiner Zeit hier in Büren habe ich viel Wohlwollen, Unterstützung und freundschaftliches Miteinander erfahren“, sagt der angehende Ruheständler.

Peter Gede wurde 1952 in Hamm geboren. Dort absolvierte er eine Lehre in der Stadtverwaltung. Anschließend besuchte er das Seminar in Bad Driburg, wo er das Abitur ablegte, und studierte in Paderborn und Würzburg. Nach der Priesterweihe 1981 war er zunächst als Vikar in Iserlohn-Letmathe und dann als Pastor in Salzkotten-Thüle tätig. Gleichzeitig war Peter Gede Diözesan-Seelsorger der KjG (Katholische junge Gemeinde). An diese acht Jahre denkt er oft zurück, da ihn die Dorfgemeinschaft in Thüle sowie die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen sehr begeistert und geprägt haben.

Am 17. Oktober 1993 wurde Peter Gede von Dechant Josef Kersting (Brenken) in das Amt des Pfarrers von St. Nikolaus Büren eingeführt. In den folgenden Jahren erlebte und gestaltete er die Veränderungen in der Gemeindestruktur der katholischen Kirche mit. Zunächst nur Pfarrer einer Gemeinde, übernahm er 2004 die Leitung des Pastoralverbundes Büren-Süd (Büren, Siddinghausen, Weine, Weiberg, Harth und Hegensdorf). Dieser wurde 2011 zusammen mit dem Pastoralverbund Kleiner Hellweg-Almetal (Steinhausen, Brenken, Ahden, Wewelsburg) zu einem großen Pastoralverbund mit zehn Gemeinden. Peter Gede war seitdem sozusagen „Manager eines mittelständischen Unternehmens“ – nur, dass er sich selbst nie so gesehen hat. Als Priester wollte und will er vor allem Seelsorger für die Menschen sein. In den letzten vier Jahren konnte er wieder mehr Freiräume für die seelsorgliche Arbeit finden, da er seitdem von Verwaltungsleiterin Anja Werthmann unterstützt und entlastet wird. Bei der Einführung des Berufs der Verwaltungsleitungen – und bei vielen anderen Projekten – hat sich gezeigt, wie offen Peter Gede für neue Entwicklungen ist.

Als Leiter des Pastoralverbundes zeichnete es ihn aus, dass er kein Einzelkämpfer war, sondern immer ein Teamplayer. Die Zusammenarbeit mit anderen ist ihm sehr wichtig: mit den Priestern und Gemeindereferentinnen im Pastoralteam sowie den Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen, im Pastoralverbundsrat und im Finanzausschuss. Haupt-und Ehrenamtlichen bringt er viel Vertrauen und Wertschätzung entgegen und überträgt ihnen Verantwortung.

Es war ihm ein Anliegen, im großen Pastoralverbund die Selbstständigkeit der Gemeinden zu bewahren, keine Großpfarrei zu gründen und eine dezentrale Struktur aufrechtzuerhalten. Mit der Beauftragung von Laien für die Leitung von Wort-Gottes-Feiern sowie für den Beerdigungsdienst, was beides von Pfarrer Gede sehr gefördert und unterstützt wird, sind die Gemeinden nun gut aufgestellt für den Weg in die Zukunft.

Gleichzeitig bedauert Peter Gede es sehr, dass es in den größeren Strukturen schwerer ist, persönliche Beziehungen zu den Menschen zu knüpfen und zu pflegen. Eine Möglichkeit, mit Jung und Alt in Kontakt zu kommen, waren die Gemeindefahrten und Ferienfreizeiten, die er angeboten und begleitet hat.

Wer Peter Gede dort oder bei einer anderen Gelegenheit kennengelernt hat, hat einen Priester erlebt, der sehr viel Freude, Fröhlichkeit, Gelassenheit und Gottvertrauen ausstrahlt. Diese Eigenschaften hat er sich auch in Zeiten persönlicher Schicksalsschläge und der Krise der katholischen Kirche bewahrt. Sein Motto ist „Glaube(n) soll Freude machen!“ Das lebt er, damit kann er andere begeistern.

Auf die aktuelle Situation in Gesellschaft und Kirche angesprochen, stellt er fest: „Es gibt eine steigende Angst bei den Menschen. Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder merken, dass es sich lohnt, zu vertrauen. Dass es sich lohnt, Vertrauen in persönliche Beziehungen, in gesellschaftliche und kirchliche Strukturen zu investieren.“

Nach mehr als 40 Jahren im priesterlichen Dienst muss er allerdings auch feststellen: „Bei vielen Menschen fehlt die Liebe zu Gott und zur Kirche. Dadurch gibt es auch viel weniger Engagement.“ Er selbst hat die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen aller Altersgruppen als das große Plus bei seinen vielen Aufgaben als Priester erlebt.

Beim Blick zurück auf seine Zeit in Büren erinnert sich Pfarrer Gede mit Wehmut daran, dass er drei Schwesternkonvente verabschiedet hat. Ein Zeichen für den Wandel in der Kirche. Als besondere Höhepunkte bleiben ihm die Pastoralverbundsfeste in Erinnerung.

Auch seine Verabschiedung am Sonntag, 26.06. soll ein großes Fest für alle Menschen im Pastoralverbund werden. Um 14 Uhr beginnt die Messfeier im Binnenhof des Mauritiusgymnasiums (bei schlechtem Wetter in der Stadthalle). Im Anschluss freut sich der langjährige Pfarrer von Büren auf ein fröhliches Beisammensein mit möglichst vielen Gästen aus den Gemeinden, mit Familie und Freunden. Für Essen und Trinken sowie genügend Sitzgelegenheit ist gesorgt.

Im Ruhestand wird Peter Gede zunächst weiterhin in Büren wohnen bleiben. Er freut sich auf frei verfügbare Zeit, die er für Gott und die Menschen einsetzen will. Sein Wunsch für die Zukunft – für sich und die Menschen im Pastoralverbund: „Nicht aufhören Gott und die Kirche zu lieben und zu vertrauen – trotz aller Enttäuschungen.“