Musik im Gottesdienst

Handreichung zur Kirchenmusik während der Corona-Pandemie


Wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr durch Aerosole sollte vom Gemeindegesang zunächst Abstand genommen werden.


Seit dem 1. Mai 2020 ist die öffentliche Feier von Gottesdiensten durch Beschluss der Landesregierung in Düsseldorf und nach den Maßgaben und Richtlinien des Erzbistums Paderborn wieder erlaubt und wird im Dekanat Büren-Delbrück ab dem zweiten Wochenende des Monats Mai in etlichen Kirchen sukzessive wieder durchgeführt.

Nachfolgende Erläuterungen Gottesdienste auch ohne Gemeindegesang zu gestalten verstehen sich lediglich als Empfehlung.

Wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr durch Aerosole sollte vom Gemeindegesang zunächst Abstand genommen werden. Hilfreich wäre ein diesbezüglicher Hinweis vor dem Gottesdienst, sowie eine kurze Erklärung der geänderten Praxis.  

Es bieten sich folgende alternative Möglichkeiten den Gottesdienst zu gestalten:
  • das gemeinsame sprechen des Ordinariums (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei)
  • Orgelspiel zum Proprium (Eröffnung, nach den Lesungen, Gabenbereitung, Kommunion) bevor oder nachdem der Zelebrant dieses spricht bzw. gesprochen hat und am Ende der Feier  
  • die Einführung eines Kantorendienstes vergleichsweise dem Dienst der Lektoren   
  • das Vorlesen oder gemeinsame Lesen von Liedtexten bei leiser Orgelbegleitung


Anmerkungen:

Ratschläge erfolgen zunächst zur Feier der Heiligen Messe (Eucharistie), betreffen aber alle Gottesdienstformen. Die freie Gestaltung von Andachten lässt von vornherein mehr Möglichkeiten zu.  
Kirchenmusikalische Angebote außerhalb von Gottesdiensten gelten als kulturelle Veranstaltungen und sind derzeit nicht möglich oder müssen jeweils vom Ordnungsamt genehmigt werden.

Während es auch hierzulande üblich ist das ‚Herr erbarme dich‘, ‚Apostolische Glaubensbekenntnis‘ und ‚Lamm Gottes‘ mit allen an der gottesdienstlichen Feier Teilnehmenden zu sprechen, könnte es längerfristig durchaus gewinnbringend sein, wenn - wie in vielen anderen Ländern - auch der Textlaut des ‚Ehre sei Gott in der Höhe‘ und ‚Heilig‘ (ggf. ‚Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis‘)  durch die ständige Praxis des Sprechens irgendwann zum allgemeinen Gut würden. Insofern muss es nicht als Nachteil angesehen werden gesungene Paraphrasen so zu ersetzen.
Ebenso bekäme der gesprochene Antwortpsalm dem ihm zustehenden Stellenwert einer quasi eigenen Lesung; im Wechsel gesprochen sogar eine mögliche Form der tätigen Teilnahme.   

Orgelspiel zu den anderen Teilen der Messe könnte folgendermaßen gestaltet werden:
  • die einfachen Sätze der ausgewählten Lieder aus dem Orgelbuch zum Gotteslob ohne Vorspiel (um nicht zum Mitsingen zu animieren) und nicht mit üblicher Registrierung
  • Improvisationen zu den in der Liedordnung ausgewählten Liedern des Gotteslobes
  • liturgisch passende Literatur zu den Festkreisen (bspw. Choralbearbeitungen)
  • jedwede neutrale Literatur, die nicht an unpassende Inhalte gebunden ist  

Neben dem Orgelspiel bietet sich selbstverständlich auch jegliche andere Form des instrumentalen Spiels an - vorzugsweise „akkordische Instrumente“ wie Klavier, ePiano, Gitarre, Ukulele und Akkordeon, weil diese trotz Mehrklangs nur eines einzigen Instrumentalisten bedürfen - sowie ggf. das digitale einspielen von Musik.      

Insgesamt sollte darauf geachtet werden, die musikalische Ausführung einem Einzigen zu überlassen. Sollte genug Platz vorhanden sein und gebotene Abstände eingehalten werden können, spricht sicherlich auch nichts gegen zwei Ausführende, erst recht nicht bei Partnern oder Kernfamilien.  

Möglichkeiten des Singens in größeren Kirchen:
  • Das Singen sollte - wenn überhaupt - immer nur durch einen Einzigen auf Distanz erfolgen
  • Mindestabstände von 1,5 bis 2 Metern genügen nicht - große Abstände (ca. 6 m) müssen gewährleistet sein; Seitenschiffe (Nischen) und Emporen können dafür mögliche Orte sein
  • Mitglieder von Chören könnten für das Singen von einfachen Liedern aus dem Gotteslob ermutigt und gewonnen werden und in einem Rotationssystem (ähnlich der Lektoren) eingeteilt werden
  • eigene Mikrofone für den Kantorendienst sollten zur Verfügung gestellt werden, um nicht mit viel Kraft singen zu müssen und so die Aerosolpartikel gering zu halten
  • Organisten könnten - sofern ihnen möglich - den Kantorendienst übernehmen (mit oder ohne eigener Begleitung)