Aktuelles > Steinhäuser gießen Osterkerze, die dann von Elisabeth Henneke dekoriert wird



Die Osterkerzen im Pastoralverbund Büren haben in diesem Jahr das Weizenkorn als Motiv (siehe separater Bericht).
Auch die  Osterkerze der St. Antonius Kirchengemeinde Steinhausen trägt das Weizenkorn als Symbol für neues Leben, das aus der Erde entsteht.  Aber die Osterkerze aus Steinhausen ist eine Besondere. Sie ist nicht nur farbenfroher, sie kommt auch aus der Erde.


Die Pfarrgemeinde Steinhausen macht ihre Osterkerze nämlich selber- und das auf einer ungewöhnlichen Weise. Seit acht Jahren gießen die Steinhäuser ihre Osterkerze in einem Erdloch.

Begonnen hat alles mit Pastor MichaelMelcher. Als er vor acht Jahren von seiner  vorherigen Wirkungsstätte in Rheda-Wiedenbrück nach Steinhausen versetzt wurde, brachte er das Kerzengießen aus seiner bisherigen Pfarrei mit nach Steinhausen.
Und so buddelten die Menschen in Steinhausen auf der Grünfläche zwischen der Kirche und dem Pfarrheim ein tiefes Loch und steckten ein 1 Meter langes Kunststoffrohr mit einem Durchmesser von 10 cm senkrecht hinein.

Das Gießen der Kerze gleicht  dann einem Ritual und bezieht den ganzen Ort mit ein. Insgesamt werden sechs Güsse durchgeführt. Der erste Guss ist  eine Woche vor dem Osterfest, am Samstag vor Palmensonntag.

Vor jeden Guss werden 1300 Gramm  Wachsgranulat in einen Topf geschüttet. Das Granulat wird dann auf einen Elektroherd auf eine Temperatur von exakt 90 Grad erhitzt und es werden 3, 2 Gramm Farbstoff beigefügt. „Die Farbe wird von den Vereinen und Gruppen ausgewählt,  die an dem Gießvorgang beteiligt sind“, erklärt Pastor Melcher.


In diesem Jahre sind es die Landfrauen, die kfd, Kolping, Caritas und Damenchor, die am ersten Gießprozess beteiligt war. Beim zweiten Guss wirkten die Jägerschaft, der Heimatverein, der Sportverein, der Tennisclub und die KLJB mit.  Am Palmensonntag, als der dritte Guss erfolgte, waren es der Musikverein, das Tambourcorps, der Schützenverein, die Feuerwehr und der Männergesangverein.  Beim vierten Guss kamen dann die Kommunionkinder, die Firmbewerber und die Messdiener zum Zuge.  An  den beiden letzten Gießaktionen beteiligten sich zunächst der Pfarrgemeinderat, der Kirchenvorstand, die Lektoren und die Kommunionhelfer  und den Abschluss machten dann am Karfreitag die Angehörigen der im letzten Jahr Verstorbenen.

„Bei jedem  Gießvorgang wird das flüssige Wachs in das Rohr geschüttet. Dabei ist darauf zu achten, dass der Docht mittig hängt“, erklärt  dazu Jochen Wonnemann vom Kirchenvorstand . Am frühen Morgen des Karsamstag wurde das Rohr dann aus dem Boden gehoben und anschließend in zwei Hälften der Länge nach auseinandergeschnitten. „Das ist immer ein spannender Moment, denn es ist nicht immer gesagt, dass sich jeder Guss mit dem anderen verbindet“, sagte Wonnemann  . Aber auch  diesmal hat wieder alles geklappt. Nachdem die Kerze freigelegt war , wurde sie nach Siddinghausen gebracht, wo Elisabeth Henneke sie dekorierte. In der Ostermesse brannte sie dann in ihrer ganzen Schönheit vor dem Altar in der Kirche.

Fotos und Text: Johannes Büttner





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Veröffentlicht
14:48:00 23.04.2019