WEWELSBURG - St. Jodokus

Pfarrkirche

Pfarrkirche

Patronat
St. Jodokus

Patronatsfest
13. Dezember

Adresse
Burgwall 8, 33142 Büren-Wewelsburg

Geschichte der Kirche

Im  8. Jahrhundert kam das Christentum durch die Franken in unsere Heimat.
Bereits um 780 wird auf dem Kerkberg oberhalb des Soldatenfriedhofes eine erste Kirche gebaut. Wir finden hier heute noch deutliche Mauerreste.
Diese Sankt Martinskirche war die erste Pfarrkirche für die Bauernschaften und Weiler unserer Gegend und blieb dies für rund 350 Jahre.

Bereits 837 war vom hl. Meinolfus auf seinem Besitz das Kloster Böddeken als adliges Damenstift gegründet worden. Die erste Kirche dieses Klosters, wohl eine Holz- oder Fachwerkkirche, war nur Stiftskirche für das Kloster und nicht Pfarrkirche für die Bewohner der umliegenden Bauernschaften und Weiler.

1140 wurde beim Kloster Böddeken eine neue romanische Kirche erbaut. Diese wurde dann Pfarrkirche für Wewelsburg und die Bewohner der kleinen Weiler der Umgebung und blieb dies für rund 450 Jahre. Hier wurden die Kinder getauft, Ehen geschlossen und die Toten auf der Nordseite der Kirche begraben. Im Wewelsburger Pfarrwinkel der Klosterkirche war der Platz für die Gläubigen unserer Gemeinde.

1599  wird die Burgkapelle, bisher nur Gotteshaus der Burgbewohner und der Bediensteten, von Fürstbischof Theodor für die Wewelsburger umgebaut und erweitert. Im Wappenstein über der Eingangstür im Turm der Kirche ist diese Jahreszahl eingemeißelt. Diese dritte Kirche der Wewelsburger war eine zweischiffige Hallenkirche. Das Gewölbe ruhte auf drei Pfeilern in der Mitte und war wohl aus hiesigem Naturstein. Diese Kirche hatte noch keinen Chorraum und keinen Turm und sie war wohl sehr viel niedriger als unsere heutige Kirche. Von den Seitenschiffen gab es auf der linken Seite nur ein Feld, diese Kirche hatte einen Dachreiter. Wohl um 1660 wurde auf der rechten Seite ein Feld des Seitenschiffes angebaut. Es diente als Sakristei und war nur von der Kirche her zugänglich.

Auch nach 1599 blieb die Pfarrkirche in Böddeker Hand. Über 200  Jahre war ein Pater aus dem Böddeker Kloster Pfarrer in Wewelsburg. Wir kennen 15 Patres mit Namen, der letzte Pater als Pfarrer in Wewelsburg war Paulus Meschede, er blieb bis zu seinem Tod 1807 in diesem Amt, auch nach der Auflösung des Klosters 1803.

Im 19. Jahrhundert wurde von den Wewelsburger Pfarrern über die zu kleine und baufällige Kirche geklagt. Erst 1884 konnte nach vielen Bemühungen mit dem Kirchenum- und Erweiterungsbau begonnen werden. Die Außenwände blieben zum Teil stehen. Das Gewölbe wurde eingeschlagen und die in der Mitte stehenden Pfeiler entfernt. Der Bauschutt blieb in der Kirche liegen und hob den Kirchenboden um ca. 75 cm an. Die Außenwände wurden um etwa 3,5 m auf gemauert, jetzt wurde das Gewölbe in Backstein erstellt und von Wand zu Wand gespannt. Nach Osten wurde nach Abbruch der Außenwand unser heutiges Chor angebaut und nach Westen wurde der Kirchturm errichtet. Im rechten Seitenschiff, wo der Marienaltar steht wurde ein zweites Feld angebaut.

Nach 1884 hat es an unserer Kirche nur noch 2 kleine Anbauten gegeben. Im Jahr 1933 wurde im linken Seitenschiff das zweite Feld angebaut und die heutige Sakristei mit dem darunter liegenden Heizungskeller errichtet. 1981 wurden gegenüber der Sakristei, links vom Chor eine Beichtkapelle und eine von außen zugängliche Toilette angebaut.

Die letzte Innenrenovierung der Kirche hatten wir im Jahr 2005. Unsere Pfarrkirche St. Jodokus zeigt heute eine überwiegend neugotische Ausstattung.
Nach der baulichen Geschichte möchten wir nun auf die besonderen Heiligen und Seligen die in unserer Kirche eine Bedeutung haben eingehen:

Heiliger Jodokus

Bild: Pfarrarchiv Der Heilige Jodokus ist der Schutzpatron unserer Pfarrkirche. Jodokus hat im 7. Jahrhundert im heutigen Frankreich gelebt und war der Sohn eines bretonischen Fürsten.

Er hat auf sein fürstliches Erbe verzichtet und wurde Priester. An verschiedenen Orten hat er als Einsiedler gelebt. Er ist der Patron der Pilger und u.a. auch der Patron für Gedeihen der Feldfrüchte und eine gute Ernte.

Das Patronatsfest feiern wir am 13. Dezember.

Heiliger Meinolfus

Kirche-Wewelsburg-Hl. Meinolfus Bild: Pfarrarchiv Zweimal ist in der Kirche auch der Hl. Meinolfus zu sehen.

Er stammte aus dem westfälischen Adel. Seine Mutter Wichtrud soll ihn im Jahr 795 auf der Flucht vor den Franken in Böddeken unter einer Linde geboren haben. Mit vier Jahren brachte sie ihn an den Hof Karls des Großen. Dieser ließ ihn taufen und wurde sein Pate. Unter Bischof Badurad besuchte er die Domschule zu Paderborn.
836 wurde Meinolfus Archidiakon in Paderborn und gründete bald darauf das Kloster Böddeken. An seinem Geburtsort im Friedenstal von Böddeken steht heute eine Kapelle. Dorthin führt jedes Jahr am letzten Sonntag im August von Wewelsburg eine Prozession, die mit einem feierlichen Hochamt abschließt.

Meinolfus-Prozession (am Sonntag nach dem 23. August)

Bild: Pfarrarchiv

Im Jahre 799 wurde der Sage nach der heilige Meinolf unter einer Linde von seiner Mutter Wichtrud, die auf der Flucht vor den Sachsen war, geboren. Meinolf wurde von Bischof Badurad getauft, und Karl der Große war sein Taufpate. Als Archidiakon des Bistums Paderborn leitete Meinolf später die Gesandtschaft, welche die Gebeine des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn überführte. Im Jahre 837 gründete Meinolf auf seinen Besitzungen ein Kanonissenstift. Schon bald nach dem Tode Meinolfs wurde er als erster Heiliger unserer Gegend verehrt.



Schon früh wurde an der Stelle, wo der heilige Meinolf der Sage nach geboren worden war, eine erste kleine Kapelle mit einer angebauten Klause errichtet. Im Jahre 1857 ließ der damalige Besitzer vom Gut Böddeken, Georg von Mallinckrodt, die heutige Kapelle bauen. In der Pfarrchronik lesen wir: "Das 1803 eingezogene Klostergut Böddeken wurde vom Staate an die Familie von Hartmann verkauft. Von dieser ging es an die Familie von Mallinckrodt über. Georg von Mallinckrodt, der eine geborene von Hartmann zur Gemahlin hatte, wurde Besitzer. Er renovierte sämtliche Gebäude. Dann aber dachte er auch daran, die zerfallene Kapelle bei der St. Meinolphus-Linde zu erneuern. Er baute 1857 die herrliche Kapelle im gotischen Stil und ließ sie durch Maler Laudage aus Büren mit herrlichen Gemälden schmücken. Den Plan zur Kapelle machte der berühmte Baumeister Statz. Eine Statue des hl. Meinolphus fertigte der Bildhauer Zumbusch an."

Am 23. August 1857 erhielt die neuerbaute Kapelle ihre Weihe.
In den ersten Jahrzehnten lebte und betete in der an die Kapelle angebauten Klause ein Klausner. Der letzte Klausner, Bruder Casparus Altenbernd, starb im Jahre 1873 und wurde auf dem Familienfriedhof der Familie von Mallinckrodt bestattet.

Seit 1857 feiert die Wewelsburger Pfarrgemeinde am Sonntag nach dem 23. August, dem Weihetag der Kapelle, ihre "Kapellenkirmes". Von der Wewelsburger Pfarrkirche führt eine Prozession - heute begleitet von der Wewelsburger Musikkapelle - nach Böddeken. Vor der Meinolfuskapelle wird ein Festhochamt gefeiert, seit dem Konzil meist in Konzelebration mit allen teilnehmenden Priestern. Die Predigt hält jeweils ein auswärtiger Priester. Traditionell kamen früher zur "Kapellen-Kirmes" die Verwandten zu Besuch, denn dieses Meinolfusfest hatte für die Wewelsburger einen hohen Stellenwert.

Außer den Wewelsburgern kamen auch stets viele Gläubige aus den Orten der Nachbarschaft zu Fuß oder auch mit dem Kutschwagen, ab den 50er Jahren mit dem Trecker und später mit dem Auto zur Kapelle ins Böddeker Tal. Heute sind die Besuche von Verwandten zu diesem Patronatsfest seltener geworden. Dafür hat sich aber in den letzten Jahrzehnten nach dem Gottesdienst auf der angrenzenden Wiese der "Meinolfus-Plausch" entwickelt. Hier treffen sich die Festteilnehmer bei Würstchen und Getränken und seit einigen Jahren auch bei Kaffee und Kuchen zum Gespräch. Oft verabschieden sich die Teilnehmer mit dem Wunsch: Dann bis zum nächsten Jahr! Schon in früheren Jahren wurden im Mai vor der Meinolfuskapelle Maiandachten gehalten. Seit einigen Jahren sind sie wieder fester Brauch an den Maisonntagen geworden. Diese Andachten sind auch heute noch verhältnismäßig gut besucht. Mancher Teilnehmer verbindet eine Wanderung oder Radtour mit der Teilnahme an der Andacht.

Für die Instandhaltung und umsichtige Pflege der Meinolfuskapelle sei den Besitzern, der Familie von Mallinckrodt, Dank gesagt. Möge auch in den kommenden Jahrzehnten das Meinolfusfest seinen Stellenwert behalten und die nachfolgenden Generationen sich hier als Gläubige zu Gesang und Gebet zusammenfinden.

Selige Regina Prothmann

Bild: Pfarrarchiv Im linken Seitenschiff finden wir ein Bild der Seligen Regina Prothmann, sie lebte von 1552–1613 und sie ist die Gründerin der Katharinenschwestern.
Am 13 . Juli 1999 war in Warschau die Seligsprechung. Bis 2018 lebten und arbeiteten fast 70 Jahren lang die Schwestern dieses Ordens in unserer Pfarrgemeinde, dafür ist die Gemeinde sehr dankbar.

Selige Pauline von Mallinckrodt

Bild: Pfarrarchiv Im rechten Seitenschiff ist ein Bild der Seligen Pauline von Mallinckrodt angebracht. Mutter Pauline lebte von 1817–1881, sie ist die Gründerin des Ordens der "Schwestern der christlichen Liebe“.
Im Jahre 1985 war die Seligsprechung von Mutter Pauline in Rom. Von 1839– 842 lebte die Selige auf Böddeken und sie besuchte in dieser Zeit regelmäßig unsere Kirche.

Topshöfen

Bild: Pfarrarchiv

Wann das erste Kreuz errichtet wurde ist nicht bekannt. Nach mündlicher Überlieferung soll ein Wewelsburger Schäfer beim Schafe hüten eine Kreuzeserscheinung im Gebüsch auf Topshöfen gehabt haben. Er berichtete dem Pastor davon, der darauf hin an dieser Stelle ein Kreuz errichten ließ.
Ein alter Schützenbrief von 1718 erwähnt eine Wewelsburger Bittprozession zum Kreuz nach Topshöfen.

Prozessionsberichte aus dem Jahre 1783 sagen aus, dass sich hier vier Prozessionen aus den Dörfern Wewelsburg, Brenken, Haaren und Hegensdorf trafen…
Als sich im 18. Jh. viele Missstände in das Prozessions- und Wallfahrtswesen eingeschlichen hatten, reformierte der Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen diese teilweise ausgearteten Prozessionen. Zuvor mussten aber die Pfarrer einen Bericht über die Prozessionen in ihrer Pfarrei abgeben.

So schreibt auch der damalige Hegensdorfer Pastor an den Fürstbischof und beklagt u.a. die Missstände während der Prozession zum Topshöfener Kreuz. Er ist besorgt über den Missbrauch von Branntwein und der Unordnung während der heiligen Messe. Es werde getrunken, gegessen, getanzt und gefeiert und es würden sogar Ehen zusammengebracht!
Aufgrund des Berichtes wurde wohl von der Bischofsleitung das Zusammentreffen der Prozession aus mehreren Orten untersagt, so dass nur noch die Wewelsburger ihre jährliche Bittprozession nach Topshöfen halten durften.
Im Laufe der Jahrzehnte verfiel das Kreuz.
Aus der Dorfchronik ist bekannt, dass 15 junge Wewelsburger 1812/13 mit Napoleon in den Russland-Feldzug ziehen mussten. Von ihnen kehrten nur drei zurück. Einer der Heimkehrer war Heinrich Rüther. Er hatte gelobt, dass, wenn er von Gott behütet aus dem Krieg zurückkehren sollte, er zum Dank ein neues Kreuz auf Topshöfen errichten würde. Und so ist am Fuße des Kreuzes eingeschnitzt: „EX VOTO“ (aus einem Gelübte heraus).
Das Kreuz gehört auch heute noch der Familie Rüther-Künz, wurde mehrfach erneuert und wird auch noch von der Familie gepflegt.
Die Bittprozessionen zum Topshöfener Kreuz schliefen Ende der 60iger Jahre ein. Erst um 1980 lebte die alte Tradition wieder auf.

Pfarrkirche und Licht-Blick-Kirche

In der St.-Jodokus-Kirche in Wewelsburg ist eine moderne Licht- und Musikanlage installiert, die von einzelnen Besucherinnen oder Besuchern über einen Touchscreen bedient werden kann. Sie ist täglich von 9 - 20 Uhr geöffnet.

Je nach Befindlichkeit und Stimmung können kurze Meditationen, die hier ,Licht-Blicke‘ genannt sind, abgerufen werden. Es entsteht dann eine ganz besondere Atmosphäre: die ganze Kirche wird in Licht, Farben, Klang und inspirierende Worte getaucht.

Die Installation wurde als Projekt des Pastoralverbundes Büren durch das Erzbistum Paderborn als "Projekt zur Umsetzung des Zukunftsbildes" finanziell gefördert.

Weitere Informationen zum Pastoralen Projekt des Pastoralverbundes Büren finden Sie auf der Projekt-Homepage: Kirche an der Burg

Pfarrheim (Jodokushaus)

Pfarrheim (Jodokushaus)

Alter Hof 12, 33142 Büren-Wewelsburg

Ansprechpartner

Ansprechpartner Seelsorge



Pfarrgemeinderat

Benedikt Möller


Kirchenvorstand
- Vorsitzender Pfarrer Peter Gede
- 1. stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführer: Karl-Hans Reelsen


Pfarrsekretärin
Roswitha Herrmann

Spendenkonto

Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten
DE65 4726 1603 0152 7058 01